| Der feine Unterschied |
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Ich glaube, der körperliche Unterschied zwischen Jungs und Mädchen ist ganz offensichtlich, aber gibt es sonst noch welche? Ticken Mädchen wirklich so anders wie Jungs? Gibt es das „rosa-Gen“? Und warum sind Burschen so wild?Die Wissenschaft jedenfalls hat festgestellt, dass Mädchen sprachlich und sozial besser drauf sind. Jungs dagegen in der räumlichen Wahrnehmung. Eine große Rolle spielen dabei die Hormone Testosteron (männlich) und Östrogen (weiblich). Außerdem stellte man im Gehirn deutliche Unterschiede fest: Die Nervenbahnen, die die linke und rechte Gehirnhälfte verbinden, sind bei Mädchen früher und kräftiger entwickelt. Der Balken – die Verbindung von rechter und linker Gehirnhälfte ist bei ihnen größer. Das wirkt sich positiv auf die Sprachfähigkeit und das Einfühlungsvermögen aus. Räumliches Vorstellungsvermögen und Sachlichkeit ist dafür die große Stärke der Männer.
Bei der Entwicklung zu Frauen und Männern – also auch vor allem in der Pubertät – spielen Hormone eine wichtige Rolle. Neben biologischen Gegebenheiten ist aber auch die enorme Lernfähigkeit von Kleinkindern nicht zu unterschätzen. Durch die enorme Aufnahmefähigkeit und Formbarkeit des Gehirns finden in dieser Zeit wichtige Verschaltungen der Nerven statt. Durch die Erfahrungen, die sie machen, durch die Erziehung, die sie bekommen, werden Vorlieben und Verhalten geprägt.
Ein sehr anschaulicher, aber auch krasser Beweis, dass nicht nur Hormone und Geschlechtsorgane die Identität als Junge oder Mädchen bestimmen: David verlor im Alter von acht Monaten durch eine fehlerhafte Beschneidung seinen Penis. Ärzte und Eltern entschieden, aus dem Baby ein Mädchen zu machen. Man operierte es um, es bekam weibliche Hormone, und David wuchs als Brenda auf. Doch seine Kindheit war konfus. Er wollte Röcke und Kleidchen nicht tragen, die seine Eltern ihm gaben, er spielte lieber mit den Sachen seines Bruders als mit Puppen und hatte Schwierigkeiten Freundinnen zu finden, weil er sich als Mädchen so wild benahm.
![]() ©Martina Taylor/Pixelio.de
"So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau."
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